Fujitsu.jpgovag-Logo.jpgas-touristik.jpgweylay.jpggerhardt_bauzentrum.jpgzurich.jpg

Weit über die Grenzen von Griedel hinaus hat es längst Kultstatus erlangt: das Griedeler Entenrennen, das am vergangenen Sonntag zum zehnten Mal ausgetragen wurde. Allen, die Quietschentchen nur aus ihrer Badewanne kennen (und dazu das muntere Liedchen „In meiner Badewanne bin ich Kapitän“ anstimmen) seien die Regeln eines Entenrennens kurz erläutert. Bei einem Entenrennen werden durchnummerierte Plastikentchen verkauft (der Preis einer Griedeler „Entenaktie“ beläuft sich auf sicherlich sehr moderate 5 Euro) und gemeinsam in einen Fluss (im Falle der Wetter sollte man wohl eher von einem Bach sprechen) geworfen. Sie schwimmen sodann eine festgelegte Rennstrecke stromabwärts um die Wette. Der Erwerber der ersten Ente, die das Ziel erreicht, erhält den ersten Preis, der der zweitplatzierten den zweiten usw. Aber keiner der Käufer der 100 Enten, die sich für das Finale qualifiziert haben, geht in Griedel leer aus, jeder von ihnen kann sich über einen Preis freuen. Der Einbau von Heckspoiler, Motorantrieben oder Segeln führt naturgemäß zum sofortigen Ausschluss vom Entenrennen. Aber manche versuchen es immer wieder. Sie müssten doch mittlerweile kapiert haben, dass sie damit unter den wachsamen Augen der gestrengen Griedeler Ordnungshüter keine Chance haben! Dies gilt auch für die ständigen Manipulationsversuche der bulgarischen Wettmafia. Auch Hexerei und Voodoo werden in Griedel nicht gerne gesehen, lassen sich aber leider nicht völlig unterbinden. Gedopte oder mit Testosteron vollgepumpte Entchen saufen dagegen erfahrungsgemäß gleich nach dem Start ab.

 Am vergangenen Sonntag fanden sich wieder über 2000 Besucher von nah und fern bei strahlendem Sonnenschein (erst am späten Nachmittag zogen Regenwolken auf) zu dem diesjährigen Entenrennen an den lieblichen Gestaden der Wetter ein. Hardcore-Fans des Enten-Rennsport waren sogar eigens aus Peru angereist. Austragungsort war wie immer der pittoreske „Malerwinkel“ unweit der Friedenslinde, auch bekannt als „die oberhessische Schweiz. Um Punkt 11 Uhr 30 eröffnete Marc Olaf Kaiser, der als Conférencier wie gewohnt charmant und lässig plaudern durch das Programm führte, die Veranstaltung. Zunächst gingen die Riesen-Enten heimischer Kitas und Schulen ins Rennen, die von den Kindern und Schülern mit sehr viel Liebe und Phantasie ausstaffiert und dekoriert worden waren. Unter den frenetischen Anfeuerungsrufen der beteiligten Kids und ihrer Sorgeberechtigten stellten tückische Unterströmungen und Untiefen den Rennverlauf ein ums andere Mal auf den Kopf, manche beklagenswerte Ente geriet in Seenot und drohte Schiffbruch zu erleiden. Am Ende setzte sich nach einem hochdramatischen Herzschlag-Finish die 4. Klasse der hausbergschule aus Hoch-Weisel durch. Zum Lohn für ihre Mühen und ihren Einfallsreichtum wurden alle teilnehmenden Kitas und Schulen mit einem prall gefüllten Sack mit Leckereien und einem Gutschein für ein vergnügliches, aber auch lehrreiches Event bedacht. Vor dem diesjährigen Entenrennen fanden über 1300 Entenaktien Abnehmer und damit konnte der Vorjahres-Rekord von mehr als 1200 verkauften Enten eingestellt werden. All diese Enten mit Hilfe eines Krans auf einmal in die Wetter purzeln zu lassen, war eine logistische Meisterleistung der Firma Kran Burgard, die nicht genug gerühmt werden kann. Dann begann die wilde Jagd, galt es doch die 100 Finalisten zu ermitteln. Und danach stieg die Spannung bis ins Unerträgliche. Wer würde diesmal Entenkönigin oder Entenkönig sein? Und damit den Hauptpreis einstreichen, eine von AS Touristik und dem Handballförderverein des TSV Griedel dankenswerterweise gestiftete einwöchige Flugreise für zwei Personen in ein 5-Sterne-Luxushotel in der Türkei. Nach einem an Dramatik kaum zu überbietenden Finish, das die Nerven aller Zuschauer auf eine harte Zerreißprobe stellte, setzte sich die Ente von Frau Dina Kunze aus Butzbach, Griedels großer und geliebter Bruderstadt, durch. Der zweite Preis, ein Maserati für ein Wochenende gestiftet von der Firma Fleetpool aus Köln ging an Lisa Gilbert aus Griedel, der dritte, ein Fahrrad vom Handballförderverein ging an Johanna König aus Ober-Mörlen. Aber auch für die Besucherinnen aus Peru war die weite Anreise nicht umsonst gewesen. Sie konnten sich über einen 80-teiligen Bagger-Bausatz freuen. Schade nur, dass sie nicht bis zum Ende bleiben konnten, weil sie wieder ihren Flieger erwischen mussten. Der Reinerlös des Entenrennens kommt wie immer einem gemeinnützigen Zweck zugute, nämlich der Förderung der Jugendarbeit des TSV Griedel.

Der Dank aller Beteiligten gilt unserem Landtagspräsidenten Norbert Kartmann und unserem Bürgermeister Michael Merle, die sich wie stets sofort und freudig bereit erklärt hatten, die Schirmherrschaft des Entenrennens zu übernehmen und seine Besucher mit warmen und freundlichen Worten begrüßten. Sie werden hiermit, was schon längst überfällig ist, zu „Ehren-Griedelern“ ernannt. Nicht genug gedankt werden kann aber auch den Sponsoren, ohne die noch kein einziges Entenrennen hätte stattfinden und diese Erfolgsgeschichte nicht hätte geschrieben werden können. Hauptsponsor war in diesem Jahr wieder das Bauzentrum Gerhardt aus Butzbach, das seit vielen Jahren die Jugendarbeit des TSV Griedel auf vielfältige Weise unterstützt. Die übrigen Sponsoren waren die Firma Dernedde (Mobilsauna), Tanzschule Müller, Optik Exeler, Metallchemie, Zurich Versicherung, Beauty&Nail by Maria, Gaststätte „Zur Friedenslinde“, O2, La Piazza in Butzbach, El Sol in Bad Nauheim, Rossbrunnen in Butzbach, Piazza di Spagna, Dolce Vita, La Toscana (alle in Bad Nauheim), Maislabyrinth, Elektro Schröder, Metzgerei Kopf, Imbiss Hofmann, Bürklen Design und die Havanna Bar in Butzbach. Zudem stellten der ehemalige Europaabgeordnete Willi Görlach und Walter Leister einen Geldbetrag zur Verfügung. Und wenn der Verfasser dieser Zeilen in seiner Einfalt jetzt vergessen haben sollte, den einen oder anderen Sponsoren zu erwähnen, mindert dies nicht im geringsten das tiefe Gefühl der Dankbarkeit, das auch er ihm oder ihnen gegenüber empfindet. In tiefer Schuld stehen der Handballförderverein des TSV Griedel e.V. und der FUN FOR YOUNGSTERS e.V. aber auch bei den vielen ehrenamtlichen Helfern für ihren Einsatz, sei es als Streckenposten, als Verkäufer von Entenaktien, bei der Verköstigung der Besucher mit Speisen und Getränken oder bei der Bewältigung der vielen anderen Aufgaben, die ein Großereignis wie das Griedeler Entenrennen mit sich bringt. Sie alle namentlich zu erwähnen, würde natürlich den Rahmen dieses Berichts sprengen. Beispielhaft hervorgehoben sei daher nur Marc Olaf Kaiser, der so redegewandt ist, dass er als Versicherungsvertreter sicherlich Riesenerfolg hätte.

In Abwesenheit der Entenkönigin, entstand dieses Bild von der zweitplatzierten Lisa Gilbert mit Papa Ralf und Schwester, sowie dem fünftplatzierten Reiner Buss mit seinem Fahrrad-Gewinn. Ganz links André Schmitt, der Inhaber von AS Touristik, der den ersten Preis, eine Reise in die Türkei, spendete. In der Mitte Marc-Olaf Kaiser, 2. Vorsitzender des Handball-Förderverein sowie ganz rechts der 1. Vorsitzende Jürgen Weiß.

   
© Handball-Förderverein des TSV 1899 Griedel e.V.